Ist das Original immer besser?

Immer wieder begegnet uns im Alltag der Begriff des „Originals“. Besonders gerne wird der Begriff von Marketingfachleuten in Werbungen oder Kennzeichnungen bemüht, um klar zu machen „es ist unser Produkt, das zuerst entwickelt wurde und an dem sich die vielen anderen ein Beispiel genommen haben“. Nicht all zu selten soll uns Verbraucher dieses zusätzliche Plus an Vertrauen in das „Original“ auch über etwas höhere Preise hinwegtrösten. Ist das Original deshalb immer besser?

Was macht eine Barbour Wachsjacke zum Original? Ist es die schöne Geschichte dahinter, das Marketing-Getöse mit dem wir in den Regenmonaten des Jahres mit Bildern Wachsjacken-tragender Models berieselt werden, oder kann man Wachsjacken wirklich auf eine so besondere Art und Weise herstellen, dass sie sich von den vielen anderen Wachsjacken abhebt? Um die Antwort gleich zu geben: Ja, kann man und in der Regel ist der erste Grund auf den sich die Originalität eines Produktes stützt die Qualität.

Die Qualität der Grundstoffe, die Qualität der Fertigung, die der Beratungsqualität – alles Dinge, die sich nur durch Erfahrung des Schaffenden und mit einem ausgeprägten Sinn für das Beste so komponieren lassen, das sie für mich als Kunden einen – nein den – Unterschied machen. Etwas so gut herstellen, dass es in vielerlei Hinsicht unerreicht ist, kann nur der der sich der Sache voll und ganz widmet. Der sein Metier kennt, der sein Produkt kennt, der es tagaus tagein lebt. Das gilt für ein Produkt, ebenso wie für den Service rund um das Produkt. Um bei dem Beispiel der Wachsjacke zu bleiben: Erfahrungen mit dem Barbour Reparaturservice, die uns im Forum geschildert wurden, waren immer sehr positiv – wenn auch nicht billig. Zu wissen, dass nur passende Materialien in der gewohnt hohen Qualität und Verarbeitung zum Einsatz kommen, lässt uns darüber hinwegsehen. Das Versprechen des Herstellers sein Bestes zu tun und sein Bestes zu geben, lässt uns darauf vertrauen, dass es gut wird.

Ist das Original nun immer besser?
Es lohnt sich auf das Original zu setzen, nicht weil es das Original ist, sondern weil i.d.R. im Original so viel Kompetenz und Know-How steckt, dass die Vorteile für mich als Kunden überwiegen. Würde ich einen Mercedes mit augenscheinlich günstigeren Drittanbeiter-Teilen reparieren lassen, so wie im Video oben? Ich denke nicht. Am Ende gilt eben immer wieder: Wer billig kauft, kauft zweimal. Und das ist eine Erfahrung die man gerne meidet, wenn man sie einmal gemacht hat.

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Andreas Gerads ist Gründer und Inhaber von Stilmagazin.de. Er schreibt seit 2008 regelmäßig über Stil, Kleidung und Genuss. Sein erste Inspirationsquelle ist das Buch "Dressing the Man" von Alan Flusser.

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