Outfit der Woche vom 19. Mai 2010

Stilmagazin OdW 1Stilmagazin OdW 2Stilmagazin OdW 3Stilmagazin OdW 4Stilmagazin OdW 5Stilmagazin OdW 6

Ja, Sie sehen richtig, heute am Mittwoch gibt es ein Outfit der Woche! Sven Raphael Schneider von der Gentleman’s Gazette hat nämlich gleich nach unserem Hilferuf von gestern Abend ein sehenswertes Outfit eingereicht. Er schrieb uns:

  • Anzug: Kreidestreifen in navy mit hellem Kreidestreifen – von Ralph Lauren Purple Label
  • Hemd: hellblau, mit feinen Querstreifen – von Sinsicalchi
  • Krawatte: Jacquard Seide in dunklem Rot – noname
  • Manschettenknöpfe: Sterling mit Malachit- noname
  • Hosenträger: rot mit scharzem Leder – von Trafalgar
  • Einstecktuch: Leinen in hellblau mit handrolliertem Rand in weiß – noname
  • Schuhe: schwarze Oxfords – von Church’s
  • Strümpfe: changierend in rot und blau – von Gallo

Die Gentleman’s Gazette erhält von uns übrigens eine uneingeschränkte Leseempfehlung, also nichts wie hin.

500 x 500 AUTUMN Banner V2
Über Andreas Gerads 418 Artikel

Andreas Gerads ist Gründer und Inhaber von Stilmagazin.de. Er schreibt seit 2008 regelmäßig über Stil, Kleidung und Genuss. Sein erste Inspirationsquelle ist das Buch „Dressing the Man“ von Alan Flusser.

68 Kommentare

  1. Gelungenes Ensemble – und sehr gediegen.

    Ich persönlich finde, es könnte durch einen Kontrast an einer Stelle spannender werden. Es ist so rund. Natürlich wäre man mit einem runden Outfit auf Berliner Straßen schon sehr glücklich. Aber wir wollen hier ja High-End diskutieren.

    Vielleicht braune Schuhe? Cognac in Kalb? Oder dunkelbraune Wildleder?

    Die Hose ist meines Erachtens leider vom Schnitt her misslungen. Oben viel zu weit. Sieht drei Nummern zu groß und damit leider total unsexy aus.

    Ansonsten: Chapeau!

    A.E.

  2. Sehr manierlich. Den Anzug finde ich sehr gelungen, endlich mal wieder ein gut geschnittener Zweireiher.
    Was mich etwas verwundert, sind die fehlenden Knopflöcher am Ärmel. Bei einem Anzug in dieser Preislage, finde ich es fragwürdig ihn ohne Knopflöcher, bzw. zumindest Ärmelraupen herzustellen.
    Ansonsten gibt es wirklich nichts zu meckern.

  3. Insgesamt natürlich super. Bildschöner Anzug, Hose könnte einen Tick enger sein, auch am Fuß. Ideal fände ich einen Umschlag. Ärmelknöpfe würde ich mir vom Schneider richten lassen. Ich bin ja kein Fan von schwarzen Schuhen zum blauen Anzug und gerade hier würden mir braune unheimlich gut gefallen und dem Outfit den letzten Kick geben.

  4. Sehr schön, es stimmt alles! Eines der wenigen Outfits der Woche, das wirklich von Stil, nicht nur von persönlichem Geschmack zeugt.

    Ich würde die Hose etwas enger und kürzer, das Revers etwas schmaler und die Schuhe, abhängig vom Anlass, in einem schönen Braunton wählen – alles nur persönliche Präferenzen, einen objektiven Kritikpunkt kann ich nicht finden (vielleicht die fehlenden Ärmelknopflöcher).

  5. Affig. Verzeihung, aber das ist das erste Wort, das mir einfällt. In den 30er Jahren in Chicago, da wäre dieser Auftritt vielleicht gelungen – obwohl ich dann den fehlenden Hut und die fehlende Thompson A1 bemängelte.

    Das Sakko wirkt nach unten hinten breiter, so daß der Träger aussieht, als hätte er ein monströses Becken. Die Hose ist viel zu weit. Das Einstecktuch setzt überhaupt keinen farblichen Akzent.

    Und es scheint so, als bissen sich die Hosenträger farblich mit der Krawatte.

  6. Was soll ich sagen, besser geht’s nicht!. Super in seiner Gesamtheit. Besonders gefällt mir Foto Nr. 3 mit der Hand am Krawattenknoten. Sehr ausdruckstarkes Bild.
    Wenn ich pingelig sein soll dann würde ich den für mich etwas uninspirierenden Church gegen einen Corthay tauschen ;-)

    salut Grimod

  7. Sehr geehrter „German Psycho“,

    zu Ihren Kritikpunkten:

    Ein Vergleich mit dem zweiten Foto zeigt, dass das Sakko nur auf dem ersten Foto nach unten hin breiter wirkt, da der Träger die Arme verschränkt hat.

    Ob sich die Hosenträger farblich mit der Krawatte beißen oder nicht, ist erstens nicht erkennbar und zweitens irrelevant, da niemand die Hosenträger zu sehen bekommt.

    Warum muss das Pochette einen farblichen Akzent setzen? Gerade ein weißes Tuch ist absolut klassisch und vernünftigerweise nicht zu beanstanden.

    Wenn Ihnen das Outfit nicht zusagt, weil es Sie in „affiger“ Weise an die 30er Jahre erinnernt (was nicht zuletzt an der weiten Hose und dem breiten Revers liegen dürfte), so sei Ihnen Ihr persönlicher Geschmack unbenommen, allein es kommt ihm keinerlei Relevanz zu.

  8. Verehrter Tobias, wenn es um Mode geht, geht es immer um Geschmack. Diese netten Versuche, den eigenen Geschmack scheinbar objektiv begründen zu können, sind ja letztlich völlig unsinnig. Es gibt einige Dinge, die objektiv angesprochen werden können (die Knopflächer, die Weite der Hose), aber spätestens bei der Beurteilung von farblichen Zusammenstellungen bleibt es beim persönlichen Geschmack.

    Wenn allerdings die Farbe des Hosenträgers so unwichtig ist, dann muß ich doch mal fragen: Wieso gibt es überhaupt unterschiedlich farbige Hosenträger? Vielleicht, weil das Sakko doch mal soweit geöffnet ist, daß man sie sehen kann? Oder auch, weil man das Sakko doch einmal ablegt?

    Wenn Sie über Stil und Mode diskutieren, persönlichem Geschmack (abgesehen natürlich von Ihrem eigenen) keinerlei Relevanz zumessen, dann wird das eine äußerst langweilige Diskussion.

  9. Sehr geehrter „German Psycho“,

    schon Ihre erste These führt in die falsche Richtung. Es geht hier nicht um Mode, es geht um Stil, und „die Entwicklung des eigenen Stils beginnt“ bekanntlich „mit der Überwindung der Mode“. Zur Beurteilung von Stil existieren sehr wohl objektive Kriterien. Auf Geschmack berufen sich nur die Ahnungslosen und diejenigen, die sich jenseits dieser Kriterien wähnen.

    Zur Relevanz von Geschmack: Die meisten Menschen glauben an die Überlegenheit ihres eigenen Geschmacks, der Punk genauso wie der Grufti. Der Wert des persönlichen Geschmacks für Dritte ist jedoch gleich null – oder interessiert es Sie, ob ich lieber Spaghetti Pomodoro oder Spaghetti Napoli esse?

    (Für Dritte wird es erst interessant, wenn ich beide Gerichte nach objektiven Kriterien bewerte und Qualitäten vergleiche, wenn ich also nicht sage: „Restaurant A ist besser als Restaurant B, weil ich bei A mein Lieblingsgericht bestellt habe“, sondern wenn ich Restaurant A empfehle, wegen der höherwertigen Zutaten, der feineren Abstimmung der Gewürze, der handwerklich besseren Zubereitung, der ansprechenderen Optik etc.)

    Bewegt man sich innerhalb der objektiven Kriterien des Stils, bleiben etliche Spielarten dem persönlichen Geschmack vorbehalten, etwa beim obigen Outfit die Wahl eines weißen, eines weinroten oder eines navyfarbenen Pochettes mit Paisleymuster. Alles drei möglich, keines der drei objektiv zu beanstanden.

    Auch ihre Frage nach den unterschiedlichen Farben von Hosenträgern beantworte ich gerne: die höchstpersönliche Präferenz des Gentleman. Das Gleiche gilt etwa für Kragenstäbchen aus Messing, Gold, Silber oder Horn. Details, die niemals jemand zu Gesicht bekommen sollte. (Zudem darf ich arg bezweifeln, dass ein Herr sein zweireihiges Sakko jemals soweit öffnen wird, dass die Hosenträger zum Vorschein kommen.)

    Wenn Sie allerdings über persönlichen Geschmack jenseits von Stil streiten möchten, zudem mit abwertenden Titulierungen wie „affig“, eignet sich vielleicht eher Ihr Blog dazu.

  10. Sehr rund, sehr elegant, sehr klassisch.

    Ein Ouftit, das leider deshalb auch etwas „bieder“ wirkt. Ein farblicher Akzent mehr (Schuhe, Einstecktuch) und schon hätte es Twist. So reicht es nur zu „Well done“ :)

    Lg,
    Dennis

  11. Sie „bezweifeln”, daß ein Herr sein Sakko öffen oder gar ablegen wird? Und dann sprechen Sie von objektiven Kriterien?

    Dann bleibe ich vielleicht doch lieber Laie, der immerhin seine Schwächen kennt…

  12. Mein Eindruck, auf das erste und zweite Bild gestuetzt:

    Klassisches, konservatives (Cliche-) Bankeroutfit. Die Farbwirkung inclusive Kopf, ist auf mich sehr harmonisch, das Einstecktuch ist mir erst beim zweiten, dritten Blick aufgefallen. Die rote Krawatte ist dezent, ohne die (manchmal gewollte) ‚politische‘ Botschaft des schrillen rots.

    Eine Frage und eine Anmerkung: Heissen diese Streifen Kreide- oder Nadelstreifen? Ich haette Kreidestreifen dezenter vermutet als Nadelstreifen?
    Die Anmerkung betrifft die Haltung auf Bild zwei. Die vor dem Schritt verschraenkten Haende wirken oft etwas verlegen, sofern man nicht beim Beten oder beim Freistoss am Fussballplatz ist. Auch wenn es einiger bewusster Ubung bedarf sind frei haengende oder hinter dem Ruecken verschraenkte Haende oft souveraner als vor dem Schritt verschraenkte.

    Imho ein schoenes, stimmiges Outfit. Welches war denn der Anlass es zu tragen?

  13. Sehr geehrter „German Psycho“,

    Zweireiher werden grundsätzlich geschlossen getragen, alles andere sähe auch sehr unvorteilhaft aus – ganz objektiv gesehen. Doch selbst, wenn Sie einen Zweireiher öffnen, dürfte es einiger Akrobatik bedürfen, den Stoff des Sakkos soweit nach hinten zu befördern, dass die Hosenträger sichtbar werden.

    Sollten Sie aber in ungezwungener Atmosphäre das Sakko ablegen wollen, dann sollten Sie in der Tat darauf achten, dass die Hosenträger farblich auf das restliche Outfit abgestimmt sind.

  14. Dann sind wir uns also in bezug auf einige Kritikpunkte durchaus einig, oder wie? Also die Hosenweite, die Hosenträger (denn man sollte ja stets bei der Kleidungswahl darauf achten, alle möglichen Situationen zu berücksichtigen, inklusive der Möglichkeit, das Sakko ablegen zu müssen/wollen), Knopflöcher am Arm.

    Nicht nur ich, sondern andere Kommentatoren monieren auch das bieder wirkende Einstecktuch – sind die also auch alle fehlgeleitet? ;-)
    Ich sehe da übrigens kein weißes Tuch, sondern ein hellblaues. Vielleicht hab ich da aber auch was am Monitor oder an den Augen. In weiß hätte ich es besser gefunden.

    Zu guter Letzt: Ein Anzug ist immer auch der Situation anzupassen. Der Gelegenheit, zu dem man ihn trägt. Das wissen Sie genauso gut wie ich. Vermutlich sogar besser. Vielleicht wirkte der dunkelblaue Nadelstreifenanzug auch nicht so übertrieben (ja, „affig” war als Wort zu hart, verzeihung), wenn er ihn auf einer eleganten Abendveranstaltung getragen hätte. Aber tagsüber, auf einer Dachterasse? Ja, ich weiß: Er könnte auf dem Weg zu einer Veranstaltung sein etc. Aber ein Bild ist eben eine Momentaufnahme. Und auf dieser wirkt das Outfit nicht.

    Finde ich. ;)

  15. Ich finde das Outfit sehr, sehr schön. Es ist mE zwar alles andere als Bürotauglich (selbst in der „City“ wäre es „too much“) und nicht zu vielen Angelegenheiten als angemessen passend zu betrachten. Für mich jedoch „High Fashion“ in Bestform. Einzig die Strümpfe täte ich durch dunkelblaue oder schwarze ersetzen. Aufgrund des doch auffälligen Anzugs wirken die rötlichen doch zu extrovertiert.

  16. Lieber Herr Schneider

    Vielen Dank für dieses Outfit; vor allem aber zunächst für vernünftige Fotos! Die Kritik zur Paßform des Anzugs kann ich mir nicht erklären. Man sieht doch bspw. bei der Hose eindeutig, dass sie (1 oder gar 2) Bundfalten hat und demnach natürlich gemütlich ist. Klar könnte das Sakko kürzer sein, die Hose enger etc. Aber bei diesem Outfit überzeugt mich gerade der klassische Look. Man bedenke auch, wie sehr man gegenwärtig schon mit einem Zweireiher auffällt auf Deutschlands Straßen; da ist Understatement gefragt. Einstecktuch mit mehr Farbe? Wozu? Einzig bei den Schuhen bin ich überzeugt, dass sich ebenso auch ein fantastisch aussehender brauner Schuh finden ließe. Wer OdW´s nicht sachlich diskutieren kann, der sollte selbst mal 2-3 einreichen.

    Grüße, Camara

  17. Sehr geehrter Herr Schneider,

    ich verkneife mir jeden Kommentar zur Passform Ihres Anzuges, da ich davon ausgehe, daß es sich dabei um persönliche Geschmackspräferenzen handelt. Darüber eine Diskussion zu starten erachte ich als müssig. Auch das Thema braune Schuhe wurde bereits angesprochen.

    Eine einzige klitzekleine Kritik erlaube ich mir trotzdem anzubringen, mit dem Verweis auf meinen persönlichen Geschmack. Der Anzug ist per se wunderschön, alleine mag er mir in Verbindung mit Ihrem doch noch sehr jungen Alter nicht so recht gefallen. Bitte sehen Sie das nicht als persönlichen Angriff, sondern lediglich als Idee, der Sie Anerkennung schenken können oder nicht.

    Herzliche Grüße

    Sandro

  18. Wunderschöner Anzug, sehr schön kombiniert!
    Eigentlich perfekt!
    Zu welchem Anlass wurde das Enseble denn getragen?
    Lg
    Jacob

  19. Freunde des Stils:

    Zwei Anmerkungen zu Dingen, die mir hier auffallen und missfallen:

    Erstens die permanente Leisetreterei nach dem Motto: Also giftgrüne Hosen zu lila Krokoschuhen würde ich persönlich eher nicht anziehen. Aber sicher sind diese ja Ihr Geschmack, daher nicht zu beanstanden. Gestattet sei mir aber doch eine Anmerkungen…bla bla bla.

    Was soll das? Es geht hier um eine ordentliche Debattenkultur. Da hat man eine Meinung und zeigt klare Kante. Wer das nicht abkann, sollte sich über sein Outfit vielleicht nur mit sich selbst im Spiegel unterhalten.

    Zweitens: Beleidigende Äußerungen á la: Sie sehen in diesem Outfit aus wie ein Clochard. Sie sehen aus wie ein Clown, Sie haben ja wohl gar keine Ahung o.ä.

    Das ist NICHT klare Kante und keine Debattenkutlru – das ist peinlich und unwürdig.

    Wer jetzt meint, zwischen ersten und zweitens bei meinen Aussagen gebe es dennoch eine Diskrepanz, der hat vielleicht einfach ein Problem mit sprachlicher Genauigkeit und klarem Denken.

    A.E.

    A.E.

  20. Werter A. E.

    ich stimme Ihnen in sofern zu, als das Beleidigungen oder persönliche Abwertungen hier nichts zu suchen haben.

    Allerdings sollten Sie Formulierungen schon den Schreibern überlassen. Es liegt an Ihnen, so zu schreiben, wie es Ihnen gefällt;-)
    Ich dachte, hier geht es um das Outfit der Woche und nicht um die Formulierung der Woche.

    In diesem Sinne einen schönen Tag wünschend

    Sandro

  21. Lieber Sandro,

    Sie verstehen micht miss. Um die Formulierung geht’s mir in der Tat überhaupt nicht. Sondern um die dahinter stehende Haltung.

    Ein Stilmagazin kann doch nur eine Daseinsberechtigung haben, wenn munter über Stil gestritten/debattiert wird. Das geht eben nicht, wenn man eine Haltung des „anythin goes“ hat und mit seinen persönlichen Anmerkungen herumeiert, weil man jemandem auf den Schlips treten könnte.

    Dann kann man auch „zuhause bleiben“ – wenn Sie verstehen, wie ich meine.

    A.E.

  22. Sehr geehrter „German Psycho“,

    lassen wir die Hosenträger mal außen vor; ich kann von den Fotos her sowieso nicht darauf schließen, dass sie sich mit der Krawatte beißen.

    Die Hose ist an objektiven Kriterien gemessen in Ordnung; ich hätte sie meinem persönlichen Geschmack entsprechend enger und kürzer gewählt. Das Pochette – ob nun weiß passend zu den Streifen oder hellblau passend zum Hemd – ist an objektiven Kriterien gemessen nicht zu beanstanden; ich hätte meinem persönlichen Geschmack entsprechend vielleicht ein weinrotes oder dunkelblaues mit Paisley-Muster gewählt.

    Ebenso weitere Details: Ich hätte wohl Schuhe in tan oder oxblood bevorzugt, an schwarzen ist aber nichts auszusetzen. Ich hätte ein schmaleres Revers gewählt, das breite ist ebenso gut. Ich hätte dunkelblaue Strümpfe gewählt, die roten sind keine schlechtere Wahl.

    (Der Anlass, zu dem dieses Outfit getragen wurde, ist relevant, bleibt uns aber – Sie haben es schon geschrieben – verborgen. Womöglich stellte sich heraus, dass schwarze Schuhe und weißes/hellblaues Pochette die einzig angemessene Wahl waren. Spekulationen führen hier nicht weiter.)

    Sehen Sie, was ich meine? An objektiven Kriterien gemessen, ist dieses Outfit absolut stimmig (von den fehlenden Ärmelknopflöchern vielleicht abgesehen). Dass es leicht abweichende persönliche Präferenzen gibt, ist selbstverständlich; diese sind aber auch als solche zu behandeln. Entsprechend habe ich in meiner Kritik zum Outfit formuliert.

    Was mich an Ihrer Kritik zu einer Reaktion veranlasst hat, war, dass Sie in Missachtung objektiver Kriterien Ihren persönlichen Geschmack zum Maßstab gemacht und das Outfit samt Träger vernichtend kritisiert haben (wir sind uns ja einig, dass „affig“ eine unglückliche Wortwahl war). Das entbehrte jeglicher objektiver rechtfertigender Grundlage.

  23. Also ich kann mich nicht entscheiden: Gordon Gekko oder The Great Gatsby?
    Egal, in jedem Falle ganz großes Kino!

    Mir gefällt’s. Der Anzug erinnert wirklich an die Roaring Twenties – aber das stört nicht im geringsten. Ein paar Spectator dazu und die nächste Hauptrolle bei Scorsese ist Ihnen sicher. :)

    Gruß
    Obelix

  24. Nachtrag: Wie ich gerade der Outfit-Beschreibung entnehme, ist das Pochette hellblau mit weißem Rand.

  25. Weitaus aufregender als das Outfitt ist die Diskussion darüber. Ich teile die Meinung von AE, wer sich hier „präsentiert“, dem soll auch eine angemessenen Antwort gegeben werden. Denn „Vorzeigen“ macht ja nur Spaß, wenn zugeguckt wird und – das ist das Schöne an einem Forum – auch getadelt und gelobt wird. Diese Feedbackmöglichkeit gibt es übrigens im wirklichen Leben nicht, denn hier macht sich der Betrachter eines recht bieder kombinierten blauen Zweireihers ja nicht die Mühe, denTräger über seine persönliche Einschätzung desselben zu informieren. Und manchmal denke ich – ist auch besser so. Zum Thema Vorzeigen halte ich es mit Mark Twain : „A gentleman is a man who knows how to play the banjo, and doesn’t!

    Eine in diesem und AEs Sinne geordnete Debatte wünscht

    GB

  26. Zur besseren Beurteilung des Sitzes des Anzuges sei mir der Hinweis auf folgendes kleine Video gestattet:

    [url]http://www.youtube.com/watch?v=QT4hiIwSz2c&feature=player_embedded[/url]

  27. Nein, ich habe nicht meinen Geschmack über den eines anderen gestellt. Ich habe meine persönliche Einschätzung dargestellt. Und ich befürchte, daß sehr viele Menschen (auch aus anderen Gründen als ich, auch aus Gründen, die ich vielleicht gar nicht teile) diesen Auftritt genauso empfänden.

    Es gibt eine Grenze zwischen feinem Aufzug und dem, was gemeinhin geckenhaft genannt wird. Leider ist diese Grenze subjektiv. Aber lassen Sie mich das an einem einfachen Beispiel erläutern: Wenn ich mit der Gaderobe aus Zeiten Ludwigs, des Vierzehnten an einem normalen Tag ins Büro ginge, dann wäre das einfach merkwürdig.

    Dieser Anzug ist nun für die einen in Ordnung, aber für viele (und auch für mich) ist er bereits „over the top”. Ich empfinde ihn als bewußt altmodisch, als betont elegant in einem nicht mehr aktuellen Stil, mit dem eindeutigen Ziel, sich abzuheben.

    Jeder, der hier schreibt, wünscht sich sicherlich, die Menschen würden mehr Anzüge tragen und mehr darauf achten, wie sie sie tragen. Von daher ist hier sicherlich mehr Milde in Hinblick auf zu übertriebene Anzüge zu erwarten als auf der Straße.

    Und ich glaube, dem Träger ist bewußt, daß er mit dem Aufzug nicht unbedingt einen großen Sympathiewert erreicht. Dafür gebührt ihm Respekt.

    Das Video hat übrigens meine Einschätzung bzgl. des Sitzes geändert. In der Tat sitzt der Anzug tadellos. Und ich finde weiterhin, eine Thommy-Gun und ein Hut täten dem Aufzug gut. Scheiße. Das reimt sich. Verzeihung.

  28. Also ich muss sagen: „EINFACH NUR COOL!!!“
    Nachdem ich bei den letzten Outfits ja immer was zu meckern hatte, ist dieses ja mal der Hammer.
    Hier passt einfach alles und es wird dem Stilmagazin endlich mal gerecht.
    Und ja, ich mag den 30er Jahre Gangster Look…
    Super!

  29. Guten Abend,

    mir fiel folgendes gleich ins Auge.
    Der Übergang der Streifen des Anzuges (Revers, Taschen) ist nicht sauber.
    Eigentlich sollte bei einem Anzug dieser Preisklasse (Purple Label ist ja nicht gerade preiswert) ein sauberer Übergang vorhanden nicht sein.

    Zweitens scheinen die Schuhe nicht 100% zu passen. In geschnürtem Zustand sollte in der Schnürung kein „V“ entstehen. Sprich, die Schnürung sollte nach oben nicht“aufklaffen“.
    Ihr Fuss ist entweder im Spann zu groß für den Schuh oder der Leist auf dem der Schuh gemacht wurde passt nicht zu Ihrem Fuß.

    Zur Passform von Anzug und Hemd möchte ich mich nicht äußern, da hier jeder seine eigenen Präferenzen hat.

    Einen schönen Abend noch.

    Abgesehen von den genannten zwei Punkten finde ich die Idee der Kombination durchaus gelungen.

  30. …findet dieses Outfit richtig klasse! Die Manschettenknöpfe sind allerdings nicht mein Geschmack und die Frisur ist eine Katastrophe bei der schmalen Kopfform.

  31. Farblich sehr gut abgestimmt,
    sehr gute Komposition auch vom Typus und der Kleidung.
    Insgesamt positiver Gesamteindruck.

    Allerdings:
    – Die Knopflöcher an den Ärmeln fehlen.
    – Ein Zweireiher ist eher für ältere Personen geeignet,
    und
    – Verschränkte oder gekreuzte Arme deuten auf Unsicherheit oder Abwehr hin.

  32. Zunächst einmal allen vielen Dank für all das Lob und die Kritik.
    Im Hinblick auf die Schuhe habe ich mich bewußt gegen braune- und für glatte, schwarze Schuhe entschieden, da ich neben dem auffallenden Anzug keine weiteren starken Akzente setzen wollte. Aus dem selben Grund habe ich auch auf die Paisley, Polka Dot… Einstecktücher verzichtet – in Anlehnung an Obelix sollte ich es aber nächstes Mal mit einem Paar Spectators versuchen ;).
    Der Anzug stammt aus England und hat einen klassisch Englischen Schnitt. Die Hose ist 47cm Hosensaumweite sicher nicht so eng, wie man sie z.B. bei Sciamat fertigen würde, jedoch unterliegen wir eben auch in unserem Modeempfinden dem Zeitgeist. Mitte der 50er Jahre wurde z.B. in Deutschland eine Hosensaumweite von 48 cm als extrem eng angesehen, 50-52cm waren da die Norm… Generell trügt ein Foto oft einmal, ein Video kann dort schon besser sein – eine Begutachtung im realen Leben ersetzt dies aber trotzdem nicht.
    Den Umschlag habe ich bewusst weggelassen, was reine persönliche Präferenz ist. Vielleicht ändert sich ja meine Einstellung über die Zeit. Es ist auf jeden Fall genug Stoff für einen Umschlag vorhanden.
    Die Länge der Hose hängt in diesem Fall auch von der Einstellung der Hosenträger ab. Im diesem Video http://www.youtube.com/my_videos sieht es evtl schon wieder anders aus…
    @ Modepolizei
    Bei vielen Herstellern hochwertiger Konfektion, werden bewusst kein Knopflöcher angebracht, sodass der Kunde die richtige Länge abmessen kann, um dann die Knopflöcher zu nähen zu lassen. In meinem Fall warte ich noch auf ein geeignetes Schulterpolster aus Deutschland für meine leicht abfallende rechte Schulter, weshab ich die Knopflöcher noch nicht nähen lassen wollte.
    Abgesehen davon ist es sehr schwierig jemanden zu finden, der sehr gute Knopflöcher nähen kann.
    Es sei Ihnen jedoch versichert, dass ich in auf jeden Fall Knopflöcher anbringen lassen werde
    @ German Psycho, Hans, Jacob
    Die Thompson fehlt mir leider noch im Ensemble ;) und den für den Snapbrim war es mir einfach zu warm .
    Was die Hosenträger angeht, kann ich Sie beruhigen – die bekommt in der Regel nur meine Frau zu sehen, vor allem bei diesem Zweireiher den ich eigentlich nie offen trage.
    Nadelstreife sehen so aus, als hätte man mit der Nadel einen andern Faden durch das Gewebe gezogen. Kreidestreifen sind dagegen breiter und sehen so aus, als hätte man mit Schneiderkreide eine Linie gezogen.
    Der Anzug auf dem Bild ist eindeutig ein Kreidestreifen, der zu einem Mittagessen anlässlich einer Graduation getragen wurde.
    Für meinen Anzug bekam ich übrigens von allen Seiten Komplimente, wobei möglicherweise diejenigen denen der Anzug nicht gefallen hat einfach höflich geschwiegen haben.
    @ Sandro71
    Lieber Sandro71, ein Zweireiher mit Spitzrevers meist angezogener als Einreiher mit fallender Fasson. Understatement ist eine feine Sache, deshalb jedoch gleich den Zweireiher nur auf ältere Menschen zu beschränken, überzeugt mich allerdings nicht. Das Outfit wurde übrigens in den USA und nicht in Deutschland getragen.
    @ Dude
    Der Streifenübergang an der Tasche ist in der Tat nicht bündig. In dem konkreten Fall hätte der Abnäher anders gesetzt werden müssen, um dies zu erreichen. Jedoch auch bei Maßanzügen mit Tickettasche sieht man einen äußerst exakten Musterlauf ganz, ganz selten.
    Idealerweise sollte bei einem Maßschuh nach dem Eintragen kein V mehr zu sehen sein. Leider sind meine Füsse nicht zu 100% identisch und deshalb ist auch die Passform nicht perfekt . Leider habe ich generell noch nie einen Konfektionsartikel gefunden, der Perfekt passt – es ist immer nur eine Annäherung.

  33. Ein ausgesprochen gelungener Auftritt.

    Ich selbst trage seit Jahren gerne Zweireiher – zu jung, aus der Mode, kostümhaft, mit Banker-Assoziationen beladen …so what?

    Was die fehlenden Knopflöcher am Ärmel angeht: Kann es sein, daß die Ärmel nachträglich geändert wurden? Mir scheinen sich auf einer der Nahaufnahmen noch Spuren entfernter sham buttonholes to finden. Aber wann wird einem schon ein Jackett-Ärmel näher als zehn Zentimeter vor die Augen gehalten?

    Ich hätte andere Hosenträger gewählt, aber das ist wohl nur ein Ausdruck meiner spießigen Farbabstimmungswut.

    Ein bisher noch unbeachteter Punkt ist die Faltung des Einstecktuchs – meines Erachtens zu artifiziell und wenig schwungvoll.

    Ansonsten wahrlich ein Lichtblick am OdW-Himmel.

    dE

  34. Ein schönes Outfit, alles tiptop. Vielleicht etwas zu tiptop, alles sitzt, die Haare gegelt. Mir fehlt etwas, das die Perfektion bricht, etwas spielerische Extravaganz. Mir ist das eine Spur zu steif.
    Bürotauglich ist das allemal. Und was die Hosenträger betrifft: Ich habe keine Hemmungen die Jacke auszuziehen und bei Meetings auch in Hosenträgern zum Whiteboard zu gehen. Und was die Kunden denken, ist mir ‚eh wurscht.

  35. Moin,

    also ich finde das Zweireiher nicht unbedingt für ältere Personen reserviert sind. An sich finde ich das Outfit super, sehr schöne Einzelteile, mir wäre es in dieser Kombination allerdings zu eintönig und zu fad.

    Horrido

  36. Lieber Tobias,
    verehrte Diskutanden,

    wenn ich einen Irrtum korrigieren dürfte: Schnürer mit geschlossener Schnürung, zumal die gezeigten, haben IMMER einen V-förmigen Verlauf ihrer Schnürung – das ist sozusagen geradezu essentiell. Es sieht komplett merkwürdig aus, wenn die beiden Schnürungsverläufe aneinanderstoßen.

    A.E.

  37. Lieber Arbiter Elegantarium,

    ich freue mich zwar, dass Sie mich persönlich ansprechen. Zu der Schnürung der Schuhe hatte ich mich jedoch gar nicht geäußert.

    Tobias

  38. @Gentlemansgazette
    Na, dann wirds aber Zeit. Eine Thommy Gun kann man immer brauchen, und sei es, um Nörgler wie mich damit zu vertreiben ;)

    Das mit den Hosenträgern muß ich aber dennoch kurz hinterfragen: Wenn Ihre Frau diese zu Gesicht bekommt, ist es dann nicht umso wichtiger, daß sie farblich zur Krawatte passen?

  39. Sehr geehrter Herr Schneider,

    vielen Dank für Ihre Rückmeldung. In der Tat habe ich mich Mißverständlich ausgedrückt. In keinster Weise wollte ich den Zweireiher auf „ältere“ Menschen (bin ja auch schon fast 40;-) beschränken, sondern die Nadelstreifen.

    Natürlich kann man nicht sagen, dass darf man ab XXX Jahren und das ab YYY Jahren. Auf mich wirkt es einfach (der Nadelstreifenanzug isoliert betrachtet) etwas schnöselig. Bitte verstehen Sie das nicht als Beleidigung, aber das wäre mein erster Eindruck, stünden Sie mir gegenüber. Allerdings finde ich daraus folgend, daß Ihre, an anderer Stelle als etwas farblos bzw. langweilig bezeichnete Zusammenstellung genau richtig ist, um diesen Eindruck nicht zu verstärken.

    Herzliche Grüße

    Sandro

  40. Stilistisch ein tadelloses OdW. Passform (auch der Hose) einwandfrei, Farbzusammenstellung wunderbar, Frisur passt sehr gut zum Gesamtensemble.
    Dennoch würde ich sowas niemals tragen, zu keinem Anlaß. Sie könnten direkt aus einem von Flussers Büchern entsprungen sein, so perfekt ist es. Zu perfekt. Zu glatt. Natürlich suchen wir nach zeitlosem Stil und wollen uns eben nicht der wechselhaften Mode unterwerfen. Dennoch gibt es so etwas wie einen Zeitgeist in Fragen der Bekleidung, wie in allen anderen Dingen auch, und diesen sollte man nicht komplett aussen vor lassen. Als junger, gut aussehender Mann sollten Sie etwas „spritzigeres“ tragen, oder zumindest den Anzug lässiger interpretieren.
    Wildere Frisur, weißes Leinen-Button-Down-Hemd mit Sportmanschetten, keine Krawatte, ein knalliges Einstecktuch und andere Schuhe, z.B. ein paar italienische Edelsneaker in dunkelbraun oder dunkelblau.

    Nichts destotrotz ziehe ich meinen Hut vor diesem OdW.

  41. Welch eine Diskussion…. mir gefällt das Outfit der 20er Jahre. Ich habe einen ähnlich Anzug; jedoch als 1reiher. Trage ich sehr gerne und gefällt mir einfach gut.

  42. Sehr geehrter Arbiter Elegantiarum,

    Sie meinten wohl mich ;-)

    Bezüglich der korrekten Passform/Schnürung irren sie leider.
    Ein 100% passender Schuh, insbesondere ein Oxford, schließen bei geschlossener Schnürung ohne V.
    Wenn die Schnürung nicht ganz geschlossen werden kann, dann passt der Schuh eben nicht 100%.

    Erkundigen Sie sich gerne bei einem Maßschuhmacher oder in einschlägiger Fachliteratur.

  43. Wer einen Oxford so kauft, dass die Schnürung vollständig schließt, hat einen zu weiten Schuh erworben.
    Bei so einem Spalt auf einen nicht passenden Leisten zu schließen halte ich zudem für sehr gewagt. Idealerweise schließt die Schnürung beim eingetragenen Schuh tatsächlich, dies vorher 100% abzuschätzen ist jedoch nahezu unmöglich. Und mit ein wenig mehr Spiel ist man auf der sicheren Seite.

    Das Outfit ist sehr schön klassisch zusammengestellt.
    Ich finde lediglich, dass der Anzug, gleichwohl er hervorragend passt, aufgrund seines Stils (Schnitt und auch Reversbreite) für Menschen, die (zumindest im Gesicht) fülliger gebaut sind gedacht ist.
    Ich gratuliere dennoch, dass sie nicht zu dieser Gruppe gehören!

    Beste Grüße

  44. Nicht schlecht, ich mag es recht gern, das Einzige, was ich vielleicht ändern würde, ist die Hosenlänge (für mich zu lang), aber das ist nur eine persönliche Vorliebe, eine Geschmacksfrage…(auch die Manschettenknöpfe sehen interessant aus)…

  45. diese art von krümelk*ckerei finde ich dermaßen langweilg… „bequem“ ist die devise!

  46. Ich würde gern an dieser Stelle philosophisch fragen: „Was ist der Sinn dieser wöchentlichen Kolumne?“.
    Wenn wir ehrlich mit uns selbst und unserer Umwelt sind, so wird man doch mit der Überzahl der hier vorgestellten Outfits im Alltag eher als Spinner belächelt. Die einen sehen aus, als sein sie einem Sherlock Holmes Film entsprungen und die anderen sind Prototypen für Spießigkeit, wobei es natürlich sehr erfrischende Ausnahmen gibt.

    Was treibt einen Menschen dazu, sich hier in voller Montur zu präsentieren? Ist der Grund für die Prahlerei mit englischen Topmarken o.ä. in mangelndem Selbstbewusstsein zu suchen oder geht es hier wirklich um Stil?

  47. Ob mir jemand zusieht oder nicht ist mir egal, ich empfinde allein durch das schiere Vorhandensein eines dauerhaften Zeugnisses meiner selbst masturbatorische Freunden.
    Aus meinen besonders gelungenen Outfits lasse ich Tapeten und Wandteppiche herstellen.
    Ob jemand aber liest, dass ich alle 2 Wochen deutsche Fußgängerzonen nach Jack Wolfskin Wanderbekleidung absuche und dies hochtrabenst moniere…dass würde ich als störend empfinden.

  48. Cravate – Chapeau!

    Gut gesprochen – und der einzig mögliche Kommentar auf die sehr queren Gedanken von Wielandt dem Schmied.

    A.E.

  49. Lieber Luteno,
    lieber Dude,

    ich lerne gerne dazu – meine aber in dem Fall, dass ich richtig liege. Vielleicht sprechen wir einfach nur über unterschiedlich verstandene Größen des V? Natürlich darf ein Oxford nicht aufklaffen. Aber ein schmaler V-förmiger Verlauf scheint mir fast zwingend.

    Bitte gehen Sie mal auf die Homepage von Crocket & Jones und sehen sich dort einige der Oxfords an. Da sehen Sie überall einen deutlichen schmalen v-förmigen Verlauf der Schnürung. Und ich meine: So gehört sich das auch.

    A.E.

  50. Nach dem letzten Beitrag von German Psycho denke ich dass ich die Diskussion nicht weiter verfolge. Mir scheint ich bin zu alt dafür.
    salut Grimod

  51. Andreas, ich fürchte so ganz ohne Zensur geht es halt nicht. Bei allem Spaß, Stil hat auch etwa mit Kultiviertheit zu tun. Mir ist Grimods Gedanke schon beim Beitrag No. 6 gekommen und jetzt ich muß gestehen so „jung“ bin ich nie gewesen. Ich finde es mutig und toll wenn hier interessante Outfits egal welcher Präferenz gezeigt werden, wenn man sich dafür verspotten lassen muss, nun mich wundert die geringe Beteiligung nicht wirklich.

    Algy

  52. Sehr geehrter „German Psycho“,

    ich habe nicht behauptet, Sie hätten Ihren Geschmack über den von anderen gestellt. Ich bemängel, dass Sie einzig Ihren Geschmack und nicht etwa stilistische Bildung zur Beurteilungsgrundlage machen.

    Ich denke aber ohnehin, dass unsere Diskussion schon lange genug angedauert hat; wir möchten die übrigen Leser nicht weiter langweilen.

    Tobias

  53. Verehrte Lady Gaga,

    wenn Sie sich mit klassischer Damenmode ebenso gut auskennen, wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie diesbezüglich mit mir in Kontakt treten würden.

    Tobias

  54. fesch! der leichte „altmännerschnitt“ der hose lässt dein beine ein wenig kurz erscheinen. für meinen geschmack könnte auch das sakko ein wenig taille vertragen.

    leider hat grimod recht der church wirkt bieder – ich habe auch diese modell und trage die eigentlich nur zu beerdigungen und veranstaltungen wo alkohol ein thema ist.

    das weisse tuch finde ich passend, für mich dürfte es auch eine dunkelblaue krawatte sein (und gerne keine gelbgoldähnlichen manschettenknöpfe)

  55. So, meine Herren, nun auch mal ein Kommentar von mir:

    Grundsätzlich halte ich das präsentierte Ensemble für großartig. Die Frage, ob es in unsere Zeit oder eher in die 20er Jahre passt, ist nicht zulässig, da ich jeden Tag auf den Straßen oft unfassbar schlecht gekleidete Leute sehe, so dass das Gezeigte eine echte Wohltat ist. Denn: Stil ist zeitlos!

    Und noch was anderes: Ich habe noch nicht den Mut, mich so der Öffentlichkeit eines Stilforums zu zeigen. Von daher: Respekt!

    Aber zum Thema: Ich denke nicht, dass es sich hier um Kreidestreifen handelt, denn die wären etwas breiter und vor allem „ausgefranst“. Hier haben wir es aus meiner Sicht ganz klar mit Nadelstreifen zu tun, halt wie mit einer Nadel gezogen.

    Die Farbkombi insgesamt finde ich toll; die Ecken der Pochette treffen gut den zackigen, markanten Schnitt des Anzugs. Die Farbe der Hosenträger ist zweitrangig, denn ein Doppelreiher wird eh nicht aufgeknöpft, geschweige denn die Jacke überhaupt abgelegt (außer, man zieht sich um).
    Die bunten Hosenträger sind nur für den Träger wichtig; auch, wenn sie niemand sieht. Ähnlich wie knöpfbare Ärmel. Wer wirklich Stil hat, lässt niemals ein Ärmelknopfloch ungeknöpft. Er erfreut sich an dem Gedanken, dass er es könnte!

    Bitte nicht schon wieder die Diskussion über verschränkte Arme! Diese Haltung hat aus meiner Sicht in erster Linie damit zu tun, dass viele nicht wissen, wohin mit den Armen, wenn es ums Fotografieren geht.
    Der Tipp: Keep your arms down! Lt. diverser Stilbücher gibt es ein paar Haltungen, die hier helfen: Mit einer Hand den Sitz einer Manschette/eines Ringes prüfen oder den mittleren Jackett-Knopf greifen. Durch beides wird ein Arm angewinkelt, was dem Gesamtbild einen noblen Ausdruck gibt. Siehe hierzu auch das Foto des Schneiders auf Seite 96 der Originalausgabe des „Gentleman“ von Herrn Roetzel. Diese Pose ist kein Zufall, wirkt aber dennoch vollkommen natürlich.

    Zum Abschluss: Ein schöner Anzug, wenngleich ich unauffälligere Strümpfe gewählt hätte.

  56. Ihre verklausulierte und ironische, ja fast sarkastische „Antwort“ lässt darauf schließen, dass Sie sich nicht wirklich Gedanken zu meiner Frage machen können oder wollen. Sehr schade!

  57. An meinen Gedanken ist nichts „quer“, mich interessiert nur das „Warum“ und scheinbar kann hier keiner eine ehrliche Antwort geben und fühlt sich scheinbar persönlich angegriffen. Das spricht nicht unbedingt für eine innere Auseinandersetzung mit dem, was man „Stil“ nennt.

  58. @ Des Esseintes
    Danke für das Kompliment, die Ärmel hatten zu keinem Zeitpunkt Knopflöcher, auch keine Attrappen. Es handelte sich wie oben erwähnt schlicht um ungekürzte Ärmel…
    Das Einstecktuch falte ich wie es mir gerade beliebt – in dem Fall ein Krone die nicht gefaltet wurde, aber trotzdem ein wenig zu sauber gefaltet aussieht , da haben Sie recht.

    @ Wieland Schmidt
    Nun, ich wüsste nicht inwiefern ich Ihnen etwas diktiere, denn keiner zwingt sie sich die Outfits anzuschauen, geschweige denn irgendetwas nachzuahmen.
    Ich persönlich schaue mir gerne Bilder anderer an um mich in der Tat inspirieren zu lassen. Manche Outfits finde ich klasse, andere weniger. Dabei interessiert mich woher die jeweiligen Stücke stammen – vielleicht finde ich bei demselben Hersteller ja ähnliche Dinge die mir gefallen . Jeder soll auf seine Art und Weise glücklich werden.
    @ Mike
    Vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar!
    Das Outfit ist sicher nicht im Stile der 20er Jahre angesiedelt, und meiner Meinung auch nicht in den 30er Jahre, wobei man die Ähnlichkeit dazu m.E. noch viel eher sehen könnte. Die 20er Jahre unterscheiden sich kleidungstechnisch doch erheblich von den Dreißigern – Reversbereite, Taillierung, Schulterbreite etc. war alles anders.
    In meinen Augen ist das nach wie vor ein Kreidestreifen – jedoch habe ich deinen Kommentar als Anregung für einen Artikel genommenÖ http://www.gentlemansgazette.com/de/nadelstreifen-oder-kreidestreifen/
    Solange der Streifen gut aussieht ist es ja zum Glück egal wie er heißt ;).

  59. Absolut garnicht schön. Werden hier nur die positiven Kommentare freigeschaltet?
    Sorry, aber das ist echt von oben bis unten hässlich. Zum einen ist die Hose viel zu weit und ein wenig zu lang. Auch das Sakko ist zu lang, zu weit, nicht tailliert und einfach nicht dem Körperbau angepasst. Darüberhinaus kann ein solcher Nadelstreifenanzug zu keinem Anlass getragen werden. Auch die Frisur und überhaupt das ganze Auftreten ist viel zu aufgesetzt. Mir gefällt’s absolut nicht.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*